
Helsingør nach Karlskrona
Die Reise
Reisebericht Familientörn
Nachdem ich schon 3 Wochen nicht mehr auf der Tuulikki Suuri war, freue ich mich, wieder einmal einen längeren Zeitraum auf dem Schiff zu verbringen.
Der Eigner Sebastian hat hier schon ein kleines Wunderwerk erschaffen. Immer bemüht, Optimierungen und kleine Kniffe einzubauen, haben wir mittlerweile ein gut zu bedienendes, aber auch seglerisch herausfordendes Schiff von ihm gechartert.
Die Anreise verläuft gut, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich genau dies hier vermerken möchte. Nun steht der Zug mit dem Hinweis auf eine technische Störung. Hmmm, damit setze ich mich jetzt nicht weiter auseinander, das macht einen nur nervös. Aber meinen Anschlusszug nach Lund würde ich schon gerne bekommen.
Prolog - Die Anreise
Natürlich bin ich letztendlich auch angekommen, wenn auch mit einer ordentlichen Verspätung. Bevor es auf das Boot geht, ist erst ein Besuch bei der großen Tochter in Lund geplant. Eine schöne Stadt, in der man sich wirklich wohlfühlen kann. Und es freut einen, wenn die eigene Tochter einen so guten und interessanten Weg gewählt hat.
Am nächsten Tag geht es in den Öresundståg, um den schwedischen Kurzurlaub zu beenden. Leider gibt es auch dort in der letzten Zeit einige Verzögerungen, sodass ich später als geplant mit Emily (meiner zweiten Tochter) und Julián im Bahnhof von Kopenhagen zusammentreffe. Nach kurzem Aufenthalt geht es mit dem Regionalzug nach Helsingør. Hier übernehmen wir die Tuulikki Suuri, mit der wir im letzten Jahr bereits in diesem Hafen waren. Wie im letzten Jahr gab es eine Großveranstaltung, diesmal einen Triathlon, aber zur Teilnahme haben wir zum Glück keine Zeit (Julián hat manchmal solche Impulse, diesen Sport auszuüben).


Nachdem in der Nacht ein Gewitter über die Region gezogen ist, sind wir morgens um 6 Uhr gestartet, damit die Tagesetappe nach Kopenhagen geschafft werden kann. Das Wetter war schön, nur der Wind fehlt. Bedauerlicherweise haben wir das Schwesterschiff meiner ersten Yacht, die ich betreten durfte, aus Rostock neben uns und es versteht sich von selbst, dass wir uns in einer Regatta befinden. Dem Fortkommen war das allerdings nicht zuträglich. Also sich nach einer Stunde für die aufregende Regatta bedankt und den Jockel an. Anscheinend merkt der Gott des Windes, wieviel Überwindung mich dieser Schritt kostet. Und so hat er schon nach wenigen Minuten ein Einsehen und pustet sanft. Die Tuulikki nimmt das gewohnt dankbar an und schnell haben wir bei 3 Beaufort mehr Geschwindigkeit im Boot als unter Motor. Logisch, dass es dabei nicht bleibt. Wenn schon, dann richtig. Zuerst mussten wir aber die Bugwelle eines Frachters passieren. Die See spiegelglatt, aber die Bugwelle baut sich immer mehr auf, bricht sogar. Das war ein ordentlicher Sprung über die Wellen, hatte ich in dieser Intensität auch noch nicht erlebt. Der Frachter hatte wohl eine ordentliche Verdrängung.
Wie erwähnt nahm der Wind ordentlich zu. Die Hafeneinfahrt nach Kopenhagen Langelinie ist ja bekannt, nur sieht das vom Norden kommend alles anders aus.
Die geplante Route an den Kreuzfahrtschiffen ließ sich dann aufgrund der einfahrtverbietenden Seezeichen doch nicht realisieren wie angedacht, irgendwo bei den Windrädern war es doch so flach... Und genau jetzt haut uns der Wind so richtig auf die Backe.
Nach kurzem Kartenstudium ist die Passage gefunden und wir hauen mit 7 sm in das Kopenhagener Hafengewässer. Damit wir die Höchstgeschwindigkeit nicht allzu massiv überschreiten, kommt schon mal ordentlich Tuch weg. Trotzdem sind die Motorboote viel zu langsam und vor allem viel zu viele. Da muss man halt mal auf seine Kurshaltepflicht pochen.
Kopenhagen vor dem Bug


In Langelinie haben wir wieder den üblichen Platz mit der Tuulikki eingenommen. Vor einem Jahr lagen wir genau hier, und vor zwei Wochen bei einer Nonstop-Fahrt nach Heiligenhafen mit der Bootsgemeinschaft sind wir ebenfalls hier gelegen. Der Hafenmeister meinte auch gleich... Die kenne ich doch, die war doch vor kurzem erst hier... Das die Tuulikki Suuri durch ihren besonderen Namen heraussticht, wird auch am Ende dieser Törn noch einmal Thema sein.
In Langelinie wurde dann auch unsere Crew komplett. Luzi ist mir ihrer Tochter Kara zu uns gestoßen. Wir sind noch ein wenig durch Kopenhagen gelaufen und haben uns dann für den nächsten Tag bereit gemacht. Da wir aufgrund Emilys Abifeier nicht langsam an der Küste Sudschwedens entlanggleiten können, sondern nach Greifswald fahren, dort das Schiff ein paar Tage allein lassen und mit Crewwechsel Richtung Karlskrona aufbrechen, ist Strecke machen angesagt.


Früh am Morgen verlassen wir Kopenhagen auf dem üblichen Weg... den kenne ich mittlerweile. Die Windvorhersage ist gut, bis zur Südspitze Schwedens sollten wir kommen. Allerdings schaut die Windprognose aus, als sollten wir doch noch ein wenig weiterfahren. Rødvig ist zwar möglich, aber auch kein großer Gewinn bei der vor uns liegenden Distanz. Packen wir es, bis nach Klintholm zu gelangen?
Der morgige Tag bietet ja auch eine ordentliche Tour. Somit verfestigt sich der Wunsch, Klintholm doch noch zu erreichen. Und wir kommen auch ordentlich voran.
An dieser Stelle habe ich die meisten Schweinswale beobachten können. Ich habe mich sogar dazu hinreißen lassen, eine Garantie über die Schweinswalsichtung auszusprechen.
Die unruhige See hat uns dann einen Strich durch die Rechnung gemacht, am besten hält man bei Flaute nach ihnen Ausschau. Dann sind sie auch über größere Entfernungen zu sehen. Gut, dass meine Garantie im Kleingedruckten keine Konsequenzen für mich aufweisen konnte.
Früh am Morgen verlassen wir Kopenhagen auf dem üblichen Weg... den kenne ich mittlerweile. Die Windvorhersage ist gut, bis zur Südspitze Schwedens sollten wir kommen. Allerdings schaut die Windprognose aus, als sollten wir doch noch ein wenig weiterfahren. Rødvig ist zwar möglich, aber auch kein großer Gewinn bei der vor uns liegenden Distanz. Packen wir es, bis nach Klintholm zu gelangen?
Der morgige Tag bietet ja auch eine ordentliche Tour. Somit verfestigt sich der Wunsch, Klintholm doch noch zu erreichen. Und wir kommen auch ordentlich voran.
An dieser Stelle habe ich die meisten Schweinswale beobachten können. Ich habe mich sogar dazu hinreißen lassen, eine Garantie über die Schweinswalsichtung auszusprechen.
Die unruhige See hat uns dann einen Strich durch die Rechnung gemacht, am besten hält man bei Flaute nach ihnen Ausschau. Dann sind sie auch über größere Entfernungen zu sehen. Gut, dass meine Garantie im Kleingedruckten keine Konsequenzen für mich aufweisen konnte.


Als wir vor der wirklich beeindruckenden Kreidefelsenformation von Møn kreuzen, beehrt und noch eine kleine Gewitterfront. Zum Glück hält sie aber etwas Abstand von uns.


Um 18:00 Uhr wird dann in Klintholm festgemacht. Zum Glück finden wir noch etwas Tolles für das Abendessen. Es sieht aus wie bei uns die Food Corner Trucks, allerdings sind hier kleine Hütten aufgebaut. Der Sand in der Mitte lässt richtig Urlaubsstimmung aufkommen. Wäre da nicht der ergiebige Regen, der uns das Trockenbleiben unter den sporadisch aufgebauten Schirmen erschwert.
Bei der Abreise nach Lohme bekommen wir wieder guten Wind, um schon einmal ein paar Seemeilen abzureißen. Das ändert sich allerdings schnell, da er immer achterlicher einfällt und auch nachlässt. Also eiern wir etwas herum, Wind direkt von hinten bei viel Welle ist einfach kein Spaß, weder für Mensch noch Material. Und wieder geht es los. Kommen wir nach Lohme? Welche Alternativen gibt es?


Um 18:00 Uhr wird dann in Klintholm festgemacht. Zum Glück finden wir noch etwas Tolles für das Abendessen. Es sieht aus wie bei uns die Food Corner Trucks, allerdings sind hier kleine Hütten aufgebaut. Der Sand in der Mitte lässt richtig Urlaubsstimmung aufkommen. Wäre da nicht der ergiebige Regen, der uns das Trockenbleiben unter den sporadisch aufgebauten Schirmen erschwert.
Bei der Abreise nach Lohme bekommen wir wieder guten Wind, um schon einmal ein paar Seemeilen abzureißen. Das ändert sich allerdings schnell, da er immer achterlicher einfällt und auch nachlässt. Also eiern wir etwas herum, Wind direkt von hinten bei viel Welle ist einfach kein Spaß, weder für Mensch noch Material. Und wieder geht es los. Kommen wir nach Lohme? Welche Alternativen gibt es?


Die Kreidefelsen von Møn und Rügen
Der Respekt ist natürlich geblieben. Aber der Wind ist so herrlich, eigentlich müsste man richtig gut bis zur südlichen Einfahrt ins Fahrwasser segeln können. Die Tuulikki beschleunigt ordentlich in den sanften Böen, das macht richtig Spaß. Hier sollte ich mir nur den Sonnenschuss wie in Finnland geschehen, verkneifen. Hier im Fahrwasser ist kein Platz für ungeplante Manöver. Geht aber alles gut, war aufregend und einfach nur klasse, auch zum Besiegen der Dämonen der Vergangenheit in diesem Fahrgebiet.
In Vitte haben wir dann einen kleinen privaten Anleger gefunden, an dem wir gut festmachen konnten. Und touristische Vergnügungen wie schwimmen gehen, Essen und ein schönes Störti genießen haben wir uns auch nicht entgehen lassen.
Die beiden größten Etappen haben wir zwar hinter uns gebracht, ein Spaziergang werden die letzten beiden aber auch nicht. Den Hafen Lohme zu erreichen scheint da noch einfacher zu sein als das letzte Kapitel mit der Passage des Greifswalder Boddens.


Wir haben uns bemüht, wieder so früh wie möglich die Segel hochzuziehen. Mitten im Vitter Fahrwasser ist das vielleicht ein wenig übertrieben, aber wir trauen uns das mittlerweile zu. Und es geht ja auch, abgesehen von einem kleinen Schlenker, ziemlich gut.
Einfahrt nach Hiddensee und Ankunft in Greifswald
Nach anfänglichem guten Start wurde es dann doch noch eine zähe Angelegenheit. Am Kap Arkona vorbei konnten wir uns schon auf Lohme vorbereiten. Wenn da nicht ein Funkspruch eines Segelboots ganz in der Nähe war, die einen Motorschaden hatten und nicht allein in den Hafen einlaufen konnten. Beruhigend, wie schnell die Seenotrettung Kontakt hatte und Hilfe bieten konnte. Also dann ohne Umweg nach Lohme.




Ein wirklich schnuckeliger Hafen, aber man muss leider doch anmerken, dass die Dalben zum Festmachen ihre beste Zeit hatten. Wo normalerweise eine Gummierung für Sicherheit und vor Schäden bewahrt, hat man es hier mit verrosteten Stahldalben zu tun. Jetzt bloß nicht irgendwie da drankommen, und das bei ordentlichen Seitenwind. Ging aber gut, Luzi hatte aber noch einige Zeit Ihren Spaß beim Anlegen-Helfen der einlaufenden Boote. Es gab wohl einige spannende Manöver zu bewundern...
Nach einem schönen Abendessen im Restaurant Daheim, bei dem unsere jungen Damen allerdings den Platz gegen eine meck-pomm-charmante Bedienung behaupten mussten, bis das ältere Semester eintrifft. ging es auf zur nächsten Etappe. Wieder ist uns der Wind hold und wir kommen gut voran. Kurz vor der Einfahrt in den Bodden dann ein eigenartiger Eintrag in der Seekarte. Stellnetzgrenze, in grün verfasst. Und das heißt jetzt was? Die Legende schweigt dazu. Dann gehen wir mal davon aus, dass in diesem Bereich keine Stellnetze zu finden sind. Schließlich ist der Eintrag in grün gehalten.
Nach einigen Fuß wurde dann aber schnell klar, dass es sich umgekehrt verhält. Schnell raus hier - das war keine gute Idee. Ist nicht so schön, an lauter gesteckten Fähnchen vorbeizusegeln.
Auf der Einfahrt in den Greifswalder Bodden frischt der Wind noch einmal auf. Das ist auch nötig, um die Öffnung der historischen Klappbrücke in Wieck nicht zu verpassen. Diese wird einmal in der Stunde vom Personal per Hand hochgezogen. Sollte man einmal gesehen haben.
Allerdings werden wir vorher bei einem Versuch, eine zu enge Lücke zum Anliegen zu nutzen (und die sich dann doch als zu eng erwiesen hat) darauf hingewiesen, dass wir seine Box nutzen können, die das Vereinsmitglied des Yachtclubs Wieck uns beim Auslaufen angeboten hat. Perfekt, da kann die Tuulikki Suuri ein paar Tage verbringen, bis wir aus Berlin mit neuer Crew zurück sind.
Rechtzeitig kann unsere Crew mit dem Bus aus Wieck Richtung Berlin starten, Emilys Abiturfeierlichkeiten warten und wir sind alle froh, dass wir diese ordentliche Strecke so gut bewältigt haben. Julián und ich machen das Schiff noch klar und gönnen uns noch ein Fischbrötchen mit einem Bier, bevor wir uns ebenfalls auf den Weg begeben.
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