
Die Windward Islands
Die Etappen Teil 2
Reisebericht Karibik - Windward Islands
Vor uns liegen nun die Grenadines. Die bisherigen Stopps haben uns tolle Eindrücke beschwert, das, was man sich unter Karibik vorstellt, weiße Strände und Palmen, liegen vermeintlich aber noch vor uns. Mein Vorschlag des nächsten Ankerplatzes gefällt der Crew nicht - zum Glück. So fahren wir weiter nach Mayreau, eine kleine Insel kurz von den Tobago Cays. Also noch ein paar Seemeilen weiter. Vor uns erkennt man die sich brechenden Wellen vor einem Riff. Ein faszinierender, aber auch beängstigender Anblick. Jetzt muss sauber navigiert werden. Der vorgesehene Ankerplatz ist anvisiert, aber wieder werden wir von Motorbooten empfangen, deren Fahrer uns zu ihren Bojen und Buchten lotsen wollen. Nach kurzer Abstimmung folgen wir dem kleinen Boot zu ausgelegten Bojen. Dort festgemacht diskutieren wir noch kurz mit Delroy. Er teilt uns mit, dass einige Segler zwar seine Boje für günstiges Geld nehmen, er aber mit seiner Coconut Beach Bar nicht überleben kann. Erst denke ich an die übliche Masche, Kunden zu gewinnen, werde dann aber auf beschämende Weise eines Besseren belehrt.
Mayreau wurde von dem Hurricane Beryl furchtbar getroffen. Kaum ein Haus, dass dieses Naturereignis überstanden hat. Selbst die massiv aus Steinen gebaute Kirche ist eingestürzt. Wir erklären uns bereit, Red Snapper zu bestellen und treffen uns abends am Strand ein. Alles wirkt noch etwas improvisiert, aber als wir unser Essen serviert bekommen, sind wir begeistert.
Grenadines, Bequia - Grenadines, Mayreau


Delroy
Telefon: +1 (784) 497-3798
Du bekommst von Delroy nicht nur eine sichere Boje am legendären Salt Whistley Bay zugewiesen, auch das Restaurant und die frischen Speisen sind großartig. Wenn man denn noch bedenkt, dass man hier nach dem verheerenden Hurrikan alles wieder aufbaut - ein Muss, hier den Abend zu verbringen!
Darf man nicht verpassen, sonst hat man die Grenadines nicht erlebt.
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Wir brechen auf, um uns zu den Tobago Cays zu begeben. Navigatorisch eine Herausforderung. Vor 3 kleinen Inseln befindet sich das Horseshoe Reef. Vor den Wellen des Atlantik geschützt eröffnet sich uns eine faszinierende Unterwasserwelt. Bereits bei der Auswahl unserer Boje ist man schier überwältigt von der Schönheit dieser Inseln. Noch faszinierender ist aber, dass wir viele Schildkröten sehen, die sich hier tummeln. Das Wasser ist allerdings nicht ganz so klar, wie es teilweise dargestellt wird. Die Bojen sind kostenlos, aber das Anlegen bereitet uns Probleme. Ein starker Strom zwischen den Inseln sorgt dafür, dass wir ein paar Versuche benötigen.
Demnach ist auch das Schwimmen nicht so leicht. Mir gelingt es kaum, trotz Schwimmflossen bei dem Boot zu bleiben. Das SUP bietet eine gute Möglichkeit, sich ein wenig zwischen den Inseln zu bewegen und einigen Schildkröten zu begegnen. Am Abend wollen wir ein Lobster-Barbeque bei Romeo genießen. Ich beschäftige mich noch damit, wo genau dieses stattfindet, da kommt uns Romeo schon auf einem Boot entgegen und Romeo teilt uns mit, dass wir eigentlich nur um die Insel Petit Bateau fahren müssen. Das klingt entspannt und die Vorfreude wächst.
Grenadines, Mayreau - Grenadines, Tobago Cays


Romeo
Telefon: +1 (784) 531-1200
Eine einzigartige Umgebung, ein tolles Essen - das muss man einfach erlebt haben. Auf dieser Insel gibt es nur diese Möglichkeit, essen zu gehen. Und nicht nur der Lobster ist großartig zubereitet, auch die Beilagen lassen keine Wünsche offen. Reserviert rechtzeitig, um einen wundervollen Abend zu verbringen. Die Yacht kann ganz in der Nähe an einer Boje oder geeigneten Ankerplatz verholt werden.
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Nach einiger Zeit wird der Lobster serviert. Die Portionen sind groß und wir lassen es uns schmecken. So vergeht die Zeit schnell, ich mache noch einen kleinen Spaziergang auf Petit Bateau, einer wirklich sehr kleinen Insel und schaue auf den Horizont. Die Wolkenformationen lassen vermuten, dass noch etwas auf uns zukommt. Und tatsächlich, nach der Überfahrt dauert es kaum eine Stunde, bevor der Wind auffrischt und an unserer Festmacherleine zerrt. Beim Kontrollieren der Position sehen wir im Taschenlampenlicht Rochen um unser Schiff herumschwimmen. Teilweise sehen wir vier Tiere auf einmal. Sehr faszinierender Anblick.


Mit dem Dinghi angelandet, bekommen wir unseren Platz an einem Tisch zugewiesen. Noch ein paar Fotos geschossen, die angebotenen Kleidungsstücke bewundert - da glaube ich, eine bekannte Stimme hinter mir zu vernehmen. Ich drehe mich um, und tatsächlich - mein ehemaliger Arbeitskollege und Regatta-Mitstreiter Olaf steht mit seiner Frau hinter mir. Unfassbar.
Insbesondere, wenn man sich überlegt, dass die 3 Inseln der Tobago Cays unbewohnt und nur für die Lobster-Menus am Abend besiedelt sind.


Wir verlassen die Tobago Cays mit tollen Eindrücken im Gepäck und fahren zu der Insel Mustique. Berühmt ist die Privatinsel für seine prominenten (Teilzeit)-Bewohner, Mick Jagger soll anzutreffen sein, Tommy Hilfinger eine Villa hier besitzen. Der Schmelztiegel der Zusammenkunft ist Basil´s Bar, für die Promi-Dichte weltbekannt.
Bei unserer Ankunft allerdings ist davon nichts zu sehen. Auch diesen Ort hat Beryl verwüstet, der Dinghi-Steg ist aber beinahe wiederhergestellt. Wir erhalten eine Boje von dem Park Ranger zugeordnet, diese ist uns aber zu nah an der Fähre, die am Steg festgemacht hat und beladen wird. Der Ranger zeigt Verständnis und weist uns eine Boje näher am Ufer, aber weiter weg von Basil´s Bar zu. Die Preise für die Boje sind im Vergleich zu den anderen Unterkünften immens, wir werden mit 80 US$ abkassiert. Dieser Preis gilt anscheinend für 3 Tage, die wir aber nicht mehr in Anspruch nehmen. Leider ist das Wetter doch deutlich schlechter geworden, dass uns der Zauber des Ortes verborgen bleibt.
Bevor wir in die ausgedehnten Regengebiete aufbrechen, wird noch schnell eingekauft. Das Dorf macht tatsächlich trotz Regens einen angenehmen Eindruck. Aber für uns geht es auf die Rückreise. Konnten wir die Regenwolken bisher meist umschiffen, erwischt es uns jetzt so richtig. Gelegenheit, den Regenschutz am Steuerstand auszuprobieren. Wie üblich ist es ein Gezerre, um die Reißverschlüsse zu verbinden, aber dann gelingt es uns, einigermaßen geschützt zu sein.
Grenadines, Tobago Cays - Grenadines, Mustique



Nachdem wir Mustique hinter uns lassen und an der Insel Bequia entgegen unserer üblichen Vorgehensweise, die Inseln in Lee zu passieren, auf der Ostseite entlangsegeln, kommen wir wieder in den Genuss, nahezu tausend Meter Wassertiefe unter uns zu haben. Die Tobago Cays sind doch außerordentlich flach und mit vielen Riffen versehen, vor denen man sich in Acht nehmen muss. Wir erreichen die Blue Lagoon, wieder ein Ankerplatz, den man nur unter großer Vorsicht erreichen kann, weil sich auch hier ein Riff vor der Lagune ausbreitet. Zudem fällt die Tide, was die Einfahrt noch problematischer macht. Bevor wir dieses Vorhaben in Angriff nehmen, schauen wir uns die location genauer an und beschließen, doch noch einen größeren Schlag weiter an St. Vincent bis zur Chateaubelair Bay zu fahren. Dies ist auch der letzte Punkt, an dem das notwendige Ausklarieren von St. Vincent und die Grenadinen möglich ist.
Grenadines, Mustique - St. Vincent, Chateaubelair Bay








Diesmal ist wieder ein Ankermanöver fällig, nachdem wir die meiste Zeit an Bojen festgemacht haben. Einige Yachten liegen bereits vor Anker, wir suchen uns zwei mögliche Lücken aus, an dem wir unser Manöver ausführen wollen. Allerdings kommen an Backbord zwei weitere Yachten, die uns unsere Auswahl streitig machen könnten. Nachdem der erste Einrümpfer mit großer Fahrt in die Bucht einläuft, erhöhen auch wir unser Tempo, um nicht auch dem dahinter fahrenden Katamaran den Platz zu überlassen. Es gelingt uns, einen mit ausreichend Abstand versehenen Spot anzufahren und lassen den Anker im nördlichen Teil der Bay fallen, der zum Ankern in Navily empfohlen wird. Noch ordentlich Kette gelegt, passt. Nachteil an diesem Platz: Der Kai zum Ausklarieren ist sehr weit weg. Wird das unser stotternder Dinghi-Außenborder schaffen? Zudem steht ordentlich Welle am Strand. Von einem anderen Skipper habe ich gehört, dass man versucht hat, dort anzulanden, aber schön durchgespült wurde. Auf dieses Experiment möchte ich mich nicht einlassen.
Wir erreichen einen Liegeplatz und werden von einigen Jugendlichen empfangen, die hilfsbereit, aber nicht selbstlos beim Leinenmanöver helfen. Er wird auf unser Dinghi aufpassen, teilt er uns mit. Das ist natürlich wieder mit einem Trinkgeld verbunden. Die beiden anderen Dinghis sind mit einer massiven Stahlkette an Land festgemacht. Das weckt nicht wirklich Vertrauen.
Auf dem Weg zum Büro werden wir wieder einmal mit Dienstleistungsangeboten überschüttet. Ich werde Boy-Boy nur los, indem ich seine "Visitenkarte" fotografiere. Die möchte ich natürlich auch niemanden vorenthalten :-).


Das Büro kann über einen Hinterhof erreicht werden, vor dem einige Männer herumlungern und sieht alles andere als vertrauenserweckend aus. Aber vermutlich sind wir da einfach zu kritisch und vorsichtig. Jedenfalls werden die beiden Beamten irgendwo her geholt und nehmen uns dann mit in das Abfertigungszimmer. Die Schalter sind mit einer Durchreiche, darüber Holzgitter versehen, das Ganze macht einen Eindruck wie aus längst vergangenen Zeiten. Tatsächlich aber ist es hilfreich, die Sailclear-Unterlagen online eingereicht zu haben und lediglich den Bestätigungscode zu nennen.
Nach dieser Abfertigung geht es an den Nachbarschalter zur Ausreise. Wird erledigt, allerdings kassiert man uns wie auch bei den customs 35 XCD ES$ oder einfach Easy ab. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird dieser Betrag eingezogen, wenn man nicht am gleichen Tag das Land verlässt, ansonsten ist es kostenfrei. Wird schon alles seine Ordnung haben.
Morgens wird der Anker eingeholt, die Ankerwinsch rutscht wieder leicht und bekommt die Kette nur aufgeholt, wenn man per Hand etwas nachhilft. Bei der Übergabe der Yacht habe ich das angesprochen. Einfach mit einer Winschkurbel die Ankerwinsch etwas festgezogen, schon läuft alles einwandfrei. Hätte man ja auch selbst drauf kommen können.
Unsere Reise führt uns nach St. Lucia. Der St. Vincent Channel wartet aber kurz nach der Insel mit einer Überraschung auf. Die starken Regenfälle haben einen dichten Teppich von Treibholz, Kokosnüssen und Unrat vor uns ausgebreitet. Mit langsamer Fahrt bzw. im Leerlauf des Motors passieren wir diese unangenehme Stelle. Da sind wirklich dicke Brocken im Weg. Nach 10 Minuten ist dieser Spuk aber vorbei und wir setzen die Fahrt fort.
Der Blick auf die Karte verrät, dass auch die Einfahrt in die Laborie Bay äußerst tückisch ist. Das Kartenmaterial an Bord hat seine Halbwertzeit längst überschritten, dem Kartenplotter kann man auch nicht bedingungslos vertrauen - bei der Einfahrt Marigot Bay habe ich schon gesehen, dass uns der Plotter an Land gezaubert hat und wir eine Ungenauigkeit von mehreren zehn Metern einkalkulieren müssen. So kommen wir nicht in diese Bucht. Zum Glück haben nette Segler in der App Navily, auf die ich gerne zur Vorbereitung auf einen geeigneten Ankerplatz zurückgreife, den folgenden Kontakt hinterlegt, den ich nur wärmstens empfehlen kann.
St. Vincent, Chateaubelair Bay - St. Lucia, Laborie Bay


John Junior
Telefon: +1 (758) 729-0628
Vor der Einfahrt unbedingt Junior kontaktieren, damit er durch die Riffe lotsen kann. Er weist einem dann einen seiner Bojen zu, die man vorab telefonisch reservieren sollte. Er kümmert sich um die Versorgung oder auch einen Tisch bei Mama Tilly, die einen so richtig in das karibische Leben und einem tollen selbstgemachten Rum eintauchen lässt.
Ein außergewöhnliches Erlebnis, nicht verpassen!
Empfehlenswerter Kontakt
Die Crew genießt Ihren Abend in Mama Tilly´s Restaurant, ich bleibe an Bord und habe etwas Zeit für die Dokumentation der Reise. Wenig später kommt die Crew zurück, es wird mit dem Taxiboot noch etwas verhandelt (beziehungsweise möchte man mehr Geld haben).
Morgens steht noch das letzte Mal Wasser bunkern auf dem Programm. Entgegen einer Angabe in Navily gibt es tatsächlich am Steg die Möglichkeit, aus einer fast schon versteckten Leitung kostenlos Wasser nachzufüllen. Vorerst müssen wir aber warten, bis ein Ausflugskatamaran seine Touristen geladen hat und den Platz freimacht. Wir nähern uns dem Steg und legen sanft an. Alle Fender sind im Einsatz, und das ist auch nötig. Der Schwell hebt unseren Katamaran deutlich an und ab, ein unruhiger Liegeplatz. Wir versuchen, mit allerlei Festmacherleinen etwas Ruhe ins Schiff zu bekommen und füllen die Vorräte auf.
Aus der Bay und den Riffen kommen wir gut hinaus, ich habe mit mehreren Programmen unsere Einfahrt aufgezeichnet, sodass wir uns auf den gleichen Weg wie bei der Einfahrt begeben. Gar nicht so einfach, die Strömung ist nicht zu unterschätzen und versetzt unser Schiff nach Osten. Sobald wir etwas tieferes Wasser erreicht und uns von den vielen Markierungen der Fischer befreit haben, geht es nordwestlich, an den Pitons von St. Lucia vorbei, um uns noch eine Bucht zum Schwimmen zu suchen und möglichst wieder Rodney Bay zu erreichen.




St. Lucia, Laborie Bay - Epilog
Unsere Fahrt führt uns an einigen empfohlenen Buchten nördlich von Soufriere vorbei. Neuerdings sind dort kostenpflichtige Bojen ausgelegt, in den Buchten selbst ist ein Ankerverbot ausgesprochen.
Cruising Area Restrictions
In St. Lucia, anchoring is strictly forbidden in Soufriere in the area managed by the Soufriere Marine Management Area, but they do supply moorings.
Diese Moorings allerdings sind an Stellen angebracht, bei denen man die schönen Strände nur schwer erreichen kann und unattraktiv aussehen. Also geht es weiter, immer mit einem Blick auf mögliche Stopps.
Vorbei an Marigot Bay und dem Hafen von Castries suchen wir uns eine kleine undokumentierte Ankerbucht aus, die Anse Galet. Platz für ein Boot ist vorhanden, so werfen wir unseren Anker und können ins Wasser steigen. Könnten. Denn ein paar Quallen verderben den Schwimmwilligen den Einstieg.
Somit geht es weiter zur Anse la Raye. Die Tiefenangaben der Karte sind abermals suspekt, wir tasten uns im nördlichen Teil vor uns lassen den Anker vor den Fischerbooten in ausreichendem Abstand fallen. Über 5m Wassertiefe sind erst einmal komfortabel. Hier ist das Schwimmen und Schnorcheln möglich, ebenso ein Besuch am Strand. Die Bucht macht einen verschlafenen Eindruck, wir sehen kaum Menschen, nur auf der kleinen Werft wird gearbeitet.



Somit geht es weiter zur Anse la Raye. Die Tiefenangaben der Karte sind abermals suspekt, wir tasten uns im nördlichen Teil vor uns lassen den Anker vor den Fischerbooten in ausreichendem Abstand fallen. Über 5m Wassertiefe sind erst einmal komfortabel. Hier ist das Schwimmen und Schnorcheln möglich, ebenso ein Besuch am Strand. Die Bucht macht einen verschlafenen Eindruck, wir sehen kaum Menschen, nur auf der kleinen Werft wird gearbeitet.
Die Windbedingungen sind günstig, was die Windstärke angeht. Aber die Windrichtung ändert sich. Ich bemerke, dass wir immer mehr in Richtung der Felsformation im Norden schwojen. Und auch die Wassertiefe liegt laut Tiefenmesser nur noch bei 3 Metern. Zeit, sich zum Ziel der Tagesetappe aufzumachen und Rodney Bay anzusteuern.
Nach einer Nacht vor Anker, wiederum ohne Einklarieren und einigen zähen Verhandlungen mit einem "schwimmenden Händler", der noch einige Souvenirs absetzen kann, steht der letzte Tag der Reise an. Bevor wir die Yacht in Le Marin festmachen, soll es noch ein Strand zum Schwimmen sein. Wir lassen St. Lucia am frühen Morgen hinter uns, nachdem wir die Dreimeilen-Zone überschritten haben, stellt sich bei mir Erleichterung ein. Der Wind reicht leider noch nicht zum Segeln, nur beim Durchzug einer der mächtigen Regenwolken brist es auf, allerdings mit schnell wechselnden Richtungen. Die Segel bleiben unten.
Wir fahren zum Strand von Sainte-Anne auf Martinique. Haben wir bei Start unserer Reise die vorgelagerte Flachwasserzone noch gemieden, so tasten wir uns jetzt langsam bis an die erste Reihe der ankernden Segelboote vor. Und das sind bereits jetzt im November vor dem Start der eigentlichen Saison viele. Sehr viele. Und das trübt den Charme der Bucht.
Die Grande Anse de Salines ist laut Kartenplotter nicht zum Ankern freigegeben. Wir haben bei der Vorbeifahrt dort auch keine Yachten vor Anker liegen sehen. Zudem ist es zu weit für einen kurzen Abstecher. Keine Yacht befindet sich auch in der Anse Meunier gleich südlich hinter dem Ponte Dunkerque. Interessant, den hätte ich eher an der französischen Nordseeküste im Département du Nord vermutet. Unsere Karten helfen uns bei der Wassertiefe nicht weiter, zudem scheint es in dieser Bucht möglich zu sein, auf Sandbänke zu treffen. Unser Steuermann fährt forsch immer näher an den Strand, bei angezeigter Wassertiefe von 1,7m bitte ich darum, das Boot zu stoppen und lasse den Anker fallen. Sand wirbelt auf, der Tiefenmesser kann nicht mehr arbeiten und zeigt nur noch drei Striche an. Hoffentlich geht das gut. Zumindest ist der Platz, sagen wir, exzeptionell. Aber wir sind in der großen Bucht allein und die Schwimmer innerhalb der Crew können sich hier verwirklichen.
Spannend zu sehen, dass eine halbe Stunde später ein weiterer Katamaran sein Glück in der Bucht versucht, aber deutlich weiter draußen liegt. Und schnell gesellt sich noch ein Kielboot hinzu. Anscheinend wartet man ab, ob jemand einen Ankergrund gefunden hat und wagt sich anschließend auch hinein.







Rechtzeitig zur Übergabe und dem Auftanken des Diesels machen wir uns zur letzten Etappe auf. Die Einfahrt zur Marina ist immer noch gewöhnungsbedürftig, wir passieren aber alle Kardinalzeichen und legen an der Tankstelle an. Niemand vor uns, das erlebt man auch nicht alle Tage. Der Kat wird wieder an die Leine an seinem Steg gelegt, diesmal mit Moorings für den Bug. Da muss ich doch tatsächlich noch meine Segelhandschuhe herauskramen, da die Leine übersät von Muscheln ist.
Schnell vorbei sind diese zwei Wochen. Im Gepäck eine große Menge an guten, auch ein paar schlechten Eindrücken, Begegnungen mit liebenswerten Menschen, ein Einblick, wie die Menschen hier leben und den Schicksalsschlag, verursacht von Beryl meistern... Und eine Schönheit der Natur, sei es Flora oder Fauna, die mich nachhaltig beeindruckt hat.
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